Technisches im Test

ID #1896

Temperaturprobleme beim Einbau einer SSD in Mini-ITX-PC lösen

Hallo, liebe Leser,,,
wen man in einen Mini-PC eine SSD einbaut, sollte man nicht nur die Funktion testen, sondern auch die Temperatur des Systems. Bei diesem wurde in ein älteres Gehäuse ein neueres Mainboard eingebaut, bei dem die Luftzirkulation nicht so funktioniert, wie sie soll. Der Lüfter vom Netzteil war zudem stark verstaubt und vom Kabelbaum verdeckt. Das bis zu 20-fach schnellere Laden des Betriebssystems führte auch zu einer schnelleren Erhitzung aller Bauteile (siehe Foto 002) und einem Hitzestau. Bei einer recht kühlen Zimmertemperatur von 22 Grad betrug die Systemtemperatur schon 48 Grad. Im Sommer wäre das System in diesem Zustand schnell gestorben. Bei den Test haben wir eine maximale Zimmertemperatur von 40 Grad berücksichtigt und bei der Auswahl der Lüfter auf einen großen Regelbereich geachtet.
Das Reinigen des Netzteillüfters und die Umsetzung des Kabelbaums brachte etwas, aber löste den Hitzestau nicht auf. Der Slotlüfter von Titan war für dieses System zu groß, sodass er bei einem Einbau auch die Luft vom CPU-Lüfter absaugen würde. Die (super leisen) Billiglüfter weit unter 5 € versagten total und machten im Prinzip nur Drehbewegungen. Andere waren so laut wie ein kleiner Staubsauger und bewirkten rein gar nichts. Eine teure SSD in ein System mit Billiglüftern ein zu bauen, macht also wenig Sinn.
Um diesen Problem etwas zu begegnen wurde erst mal auf den Peripheriecontroller (FCH) ein alter Lüfter Pabst 412 FM absaugend montiert (40x40x10). Der saugt nicht nur die Hitze vom FCH ab, sondern zum Teil auch die heiße Luft vom CPU-Kühler (APU). Das bewirkte recht viel, allerdings nur bei geringer Systemlast. Beim Stresstest mit GPU-Z zeigte das Tool Speedfan bessere aber keine optimalen Werte an.

Seitenansicht Panorama
001 einfaches Thermometer

Von einem defekten Büro-PC IBM/Lenovo wurden zwei Lüfter 60x60x20 ausgebaut, wovon der bessere gerade so in das kleine Gehäuse passte. Läuft, dieser mit voller Drehzahl steigt allerdings die CPU-Temperatur wieder etwas an, weil der abgehende heiße Luftstrom des CPU-Kühlers gebremst oder nur gewirbelt wird. Die Drehzahl des CPU-Kühlers musste also etwas höher und die des großen Lüfters etwas niedriger eingestellt werden. Bei diesem System kann man die Grunddrehzahl im UEFI-Bios einstellen. Für die APU wurde dann erst Level 9 und Level 7 bei 45 Grad ausprobiert und die des großen Lüfters auf Level1 gestellt. Da mit Speedfan der CPU-Kühler nicht regelbar ist, war es doch etwas mühsam die richtige Drehzahlkonstellation aus zu probieren. Am Ende kam doch eine durchschnittliche, relativ leise Geräuschkulisse von 19,3 dbA heraus, die beim Hochregeln maximal 58,9 dbA erreichte. Auch beim SSD-Test bewegten sich die Temperaturwerte in akzeptablen Bereichen.
Alte Lüfter sind nie de beste und sicherste Wahl, die optimale Luftzirkulation wurde damit auch nicht erreicht, daher kommen noch weitere Tests mit nagelneuen hinzu. Anhand der Daten der alten Lüfter wissen wir auch in etwa, welche Lüfter benötigt werden.
Die SSD arbeitet mit der besseren Belüftung auch etwas flotter. Auch mit mehreren geöffneten Programmen unter Linux waren die Schwankungen in den Zugriffszeiten im grünen Bereich. Ein besseres und neueres Kabel für den SATA3-Anschluß kann hier die noch Zuverlässigkeit und die Zeit der Schreibzugriffe erhöhen.

Fortsetzung folgt mit Teil 2, 3 usw. : 2. Adda PWM Hochleistungslüfter 40x40x28 im Mini-ITX-PC

diashow

bild17
017 auch die SSD arbeitet nun etwas flotter

 
Kategorien zu diesem Artikel

Tags: Kühlung, Mini-PC, SSD

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Letzte Änderung des Tests: 2019-03-03 11:36
Autor: pipe

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Revision: 1.1

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