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ID #1165

Dauerthema: Kleber für den dioramenbau

Hallo, liebe Dioramenbauer und die es werden wollen,,,


es gibt nichts schlimmeres wenn am Wochenende mitten im Projekt der Klebstoff ausgeht oder der Kleber eingetrocknet ist.
In vielen Haushalten findet man Klebstoffe, die vielleicht von der letzten Renovierung oder aus der Bastelzeit übrig geblieben sind.

In diesem Ratgeber werde ich daher auch einige Klebstoffe vorstellen, die man vielleicht im Laden um die Ecke, am Kiosk oder sogar bei der Post bekommt.
Diese Ratgeber wird ständig aktualisiert - gerne dürfen Sie/ darfst Du dazu auch einen Kommentar schreiben.
Für Fragen zu bestimmten Problemfällen bitte den Link "Frage stellen" benutzen.

10ankleben2Montageklammern 


Bevor man etwas klebt, sollte man sich entsprechende Hilfsmittel besorgen, zum Beispiel Schraubzwingen, Montageklammern und Klemmen.
Möchte man Flächen oft miteinander verkleben, so kann man in einem Bastelladen oder unter Künstlerbedarf eine sogenannte Blütenpresse erwerben.
Malerkrepp ist ein gutes Hilfsmittel für winklige Verbindungen.

4verbinden Malerkrepp als Sicherung für winklig verleimte Verbindungen wird nach dem Trocknen des Leims wieder entfernt


Für viele Spezial-Klebstoffe sollte man eine Schutzbrille, Atemschutzmaske und Handschuhe bereit halten. Am besten sind Schutzhandschuhe aus Baumwolle, verwendet man Einweg- oder Küchenhandschuhe sollte der Kleber diese Materialien nicht anlösen können. 

Glatte Flächen sollten immer angeraut werden. Dazu kann man Schleifpapier, Nylonflies oder Stahlwolle verwenden.

Destilliertes Wasser kann zum Verdünnen von Leimen gut sein. Das verwende ich auch zum Beispiel als Schutz vor Austrocknen bei Acylfarben auf Wasserbasis und zum Verdünnen. Zum Entfernen von überschüssigen Leim eignet sich ein feuchter Schwamm.  Das ist besonders bei Holzverbindungen wichtig die noch angemalt, gebeizt oder lackiert werden sollen.

Modellbaueinsteiger neigen gerne dazu, zu viele unterschiedliche Klebstoffe einzukaufen, die dann bei wenigem Gebrauch austrocknen oder nach zu langer Lagerzeit unbrauchbar werden. Wasserlösliche Leime können anfangen zu schimmeln oder zu einer Stinkbombe oxidieren. Für die Umwelt schädliche Klebstoffe müssen extra entsorgt werden.

Für den Einstieg sollte man Kleber verwenden, die universell einsetzbar, schleifbar und lackierbar sind. Eine gute Strategie ist, hauptsächlich Materialien zu verwenden für die man schon den passenden Kleber hat. Beim Einkauf von Kunststoffen sollte man genau wissen, um welchen Kunststoff es sich hier handelt.
PE (PolyEthylen), PP ( PolyPropylen) und Styropor(R) sind besonders problematisch.

abgeloest2  wellig und abgelöst: schlechte Verbindung mit Styropor


Bevor man ein Projekt zusammenklebt, sollte jeder Klebstoff vorher ausprobiert werden. 
Ein guter universeller Kleber für den Einstieg ist UHU hart - Specialkleber für den Modellbau, der sich zudem für viele Anwendungen im Haushalt verwenden lässt.

Verwendet man zur Lackierung von Modellen Lacke mit Lösungsmitteln so muß die gut durchgetrocknete Klebestelle lösungsmittelfest sein.

Vor der Verwendung und vor allem vor dem Kauf sollte man sich genau die Gebrauchsanleitung des Klebstoffes genau durchlesen. Wichtig ist auch die fachgerechte Aufbewahrung, Selbstentzündlichkeit, Umweltverträglichkeit und die Umgebung.  Bei der Auswahl sollte man zuerst prüfen, ob ein Leim auf Wasserbasis also Wasser als Lösungsmittel geeignet ist.  So ist mir vor kurzem UHU Lack für Serviettentechnik (seidenmatt)  in die Hände gefallen, der sich zum Kleben vieler Materialien eignet.

Seit langem verwende ich zum Beispiel Mattarcylfarben für die Serviettentechnik für die farbliche Gestaltung meiner dioramen, ebenfalls auf Wasserbasis.
Für die Landschaftsgestaltung habe ich zum Beispiel diese Acrylfarbe mit Leim vermischt. Sobald die Materialien Lösungsmittel enthalten, darf auch keinen Fall vermischt werden, da es zu ungewollten chemischen Reaktionen kommen kann, die Klebkraft aufgehoben wird oder im schlimmsten Fall alles in Flammen aufgeht. Frisch lackierte Flächen sollte man daher auf keinen Fall kleben. Ist eine Klebestelle aufgebrochen, so muß der Klebstoff vollständig entfernt werden, bevor man die Teile neu zusammenklebt.

Störend bei historischen dioramen und gealterten Modellen sind glänzende Klebestellen und Fäden. Anderseits kann man mit Klebstoffen die Fäden ziehen auch sowas wie Spinnweben nachbilden.

Fensterbank Fensterbank mit Schraubendreher, Bierflaschen mit UHU-Alleskleber verklebt und Fäden gezogen 


Im Bereich der Reparaturen findet man manchmal Kleber an die man nie für die Verwendung im Modellbau gedacht hätte, die aber oft genug in Haushalten  angeschafft wurden: Schuhreparaturkits, Flüssig-Emaille, Flüssigmetall, Nagellack und Aceton (Nagellackentferner), Reparaturspachtel jeglicher Art, Klebepads zum Beispiel für Wandhaken, Klebestifte, doppelseitiges Teppichklebeband, Reparatur-Knete, PU-Schaum , Silikon und andere Dichtmassen, Tapetenkleister und Zubehör, Zinkstaubspray, Grundierung, Klarlack, Fixierer oder ein Pannenkästchen zum Flicken von Fahrradschläuchen. In Buchbindereien und Druckereien kann man manchmal Leimreste ergattern, die hervoragend für den Modellbau geeignet sind, zum Beispiel Planatol A/D-Leim und Elasta.

Sekundenkleber das All-Heilmittel ?
Diese Frage ist mit einem klaren NEIN zu beantworten, denn ein Korrigieren ist oft kaum möglich.
Reagiert schnell mit Luftfeuchtigkeit und blitzschnell mit Wasser , d.h. Augen schützen!
Bei der Montage von Kleinteilen ist der Kontakt mit der Haut sehr wahrscheinlich. 
Bei vielen Klebverbindungen saugfähiger bzw. poröser Materialien ist es wichtig, dass der Kleber in das Material einzieht.
Verwendet man Sekundenkleber für Holz so kann die Verklebung nur an der Oberfläche oder mit nur einzelnen Holzfasern keine stabile Verbindung gewährleisten, besonders dann nicht, wenn das Holz noch bemalt werden soll. Die meisten Sekundenkleber sind nicht feuchtigkeits- und hitzebeständig. Sekundenkleber sollte also möglichst die letzte Option sein.

Bei Verwendung von Sekundenklebern unbedingt Schutzbrille tragen
!


Grundplatten
Für eine diorama-Grundplatte werden neben dem Rahmen vorzugsweise aus Holz verschiedene Streumittel verwendet.
Im Eisenbahnzubehör werden dazu verschiedene Leimsorten angeboten, auch in passenden Mattfarben.

1zu18_1930 diorama-Grundplatte mit Holzrahmen, gemischtes Streumitttel und Kieselsteinen, geklebt mit Ponal Express für Holzverbindungen und A/D-Leim auf mit Wasserbeize eingefärbter Sperrholzplatte, Aufbauten mit doppelseitigen Klebeband befestigt.

Geignet für Streumittel:

  • doppelseitige Klebefolie (kleine Flächen, dünn aufgetragen, gut walzen) 
  • Planatol A/D Leim (Klebt sogar kleine Kieselsteine, trocknet transparent leicht glänzend auf, nicht wasserfest)
  • Ovalit T (ggf. mit destilliertem Wasser verdünnen, nur für saugfähiges Material, besonders geignet für Streumittel aus Kork, Trockungszeit 12- 24 Stunden)
  • UHU Coll Holzleim (wasserfest, für Sägemehl, mit Sägemehl vermischtes Streumittel, einfärbbar mit Wasserbeize)
Abschliessend kann man die Grundplatte noch mit mattem Klarlack fixieren (z.B. Marabu Mattlack). Für Islandmoss eignet sich Alleskleber.

Grashalme_in_Handarbeit Grashalme aus Sisalgras wurden in Bohrungen mit Ovalit T eingeklebt


(.. wird fortgesetzt)
 

Tags: diorama, Kleber, Leim, Modellbaukleber

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Letzte Änderung des Tests: 2010-01-24 15:30
Autor: pipe

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Revision: 1.3

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